Im falschen Studienfach – Was nun?

Jetzt ist gerade das Wintersemester gestartet und mit ihm haben allein in NRW mehr als 100.000 Erstsemester ihr Studium aufgenommen. Einige von ihnen wird sehr schnell der Gedanke beschleichen, hier an der Hochschule „falsch“ zu sein. Macht nichts. Das geht vielen so, zu Beginn eines Studiums fremdelt so ein „Ersti“ eben ein bisschen. Bis zum Semesterschluss im Februar haben sich fast alle mit ihrem Fach angefreundet.

Und was machen die, bei denen der Funke nicht überspringt? Die müssen in der vorlesungsfreien Zeit entscheiden, ob sie ihrem Fach im Sommersemester noch eine Chance geben wollen, oder ob sie sich gleich umorientieren: Für Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle ist der Februar nämlich ein guter Monat, da hat man noch die große Auswahl. Und da die Ausbildungen immer im Herbst beginnen, kann man das Sommersemester noch an der Uni verbringen und versuchen, doch noch im ungeliebten Fach heimisch zu werden. Diejenigen, die auf jeden Fall ein neues Studium anstreben, können sich ohnehin bis zum Bewerbungsschluss am 15. Juli Zeit lassen.

Es gibt aber auch Studierende, die nicht so schnell merken, dass Sie im falschen Fach sind, oder die es einfach nicht wahrhaben wollen. Sie haben schon ein paar Semester hinter sich und mit jedem weiteren wird für sie ein Abbruch unvorstellbarer. Manche empfinden einen späten Wechsel als Scheitern, andere können sich aus Angst vor einer Fehlentscheidung zu gar nichts durchringen. Sie leiden vor sich hin und treten auf der Stelle. Dabei ist in dem Fall wirklich Aktivität angesagt: Suchen Sie sich ein Praktikum, sammeln Sie Erfolge außerhalb der Uni, gewinnen Sie Einblicke in potenzielle Berufe. Das geht im Moment sehr gut, denn alle anderen Studenten können ja jetzt gerade kein Praktikum machen, weil sie mit dem Semester beschäftigt sind. Und ganz wichtig: Gehen Sie nicht mehr in die Uni gehen, wenn Sie sich hier nicht mehr am richtigen Platz fühlen. Aus der Distanz eines Praktikums gewinnt das alte Fach vielleicht wieder an Attraktivität oder es öffnet sich aus einem Nebenjob eine neue Berufsperspektive.

Was gar nicht geht, auf keinen Fall, nie, ist Nichtstun. Jetzt ist „Action“ angesagt!